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Bolivien Höhenkrankheit: Symptome, Vorbeugung & was wirklich hilft

18. März 2026 19 minVon Carsten Müller
Reisender akklimatisiert sich in La Paz auf 3.600m Höhe mit Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Real

Bolivien Höhenkrankheit: Symptome, Vorbeugung & Behandlung [2026 Guide]

Bolivien ist eines der höchstgelegenen Länder der Welt. La Paz, die Hauptstadt, liegt auf 3.640 Metern – höher als die Zugspitze. Der Flughafen El Alto thront auf 4.061 Metern, und viele Sehenswürdigkeiten (Titicacasee, Uyuni, Potosí) liegen zwischen 3.600 und 4.200 Metern. Das bedeutet: Fast jeder Bolivien-Reisende ist mit der Höhenkrankheit konfrontiert.

Als deutschsprachiger Guide, der seit Jahren in La Paz lebt und hunderte Reisende betreut hat, kenne ich die Höhenkrankheit aus erster Hand. Ich habe gesehen, wie Touristen direkt vom Flughafen ins Krankenhaus mussten – und ich habe gesehen, wie gut vorbereitete Reisende ohne Probleme durch Bolivien kamen.

In diesem umfassenden Guide erfährst du alles über die Höhenkrankheit in Bolivien: Symptome, Vorbeugung, Behandlung, und die häufigsten Fehler. Ich zeige dir, wie du dich richtig akklimatisierst, welche Medikamente helfen, und wann du einen Arzt aufsuchen musst. Mit der richtigen Vorbereitung ist die Höhenkrankheit kein Problem – sondern nur eine kleine Herausforderung auf deinem Bolivien-Abenteuer.

Schnellübersicht: Höhenkrankheit in Bolivien

Was ist Höhenkrankheit? Reaktion des Körpers auf niedrigen Sauerstoffgehalt in großer Höhe
Ab welcher Höhe? Ab 2.500m möglich, häufig ab 3.000m
Hauptsymptome: Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel
Gefährliche Formen: HAPE (Höhenlungenödem), HACE (Höhenhirnödem)
Beste Vorbeugung: Langsame Akklimatisation, viel trinken, Coca-Tee
Medikamente: Diamox (Acetazolamid), Ibuprofen, Sorojchi-Pillen
Wann zum Arzt? Bei starker Atemnot, Verwirrtheit, Husten mit Blut
Wichtigste Regel: Bei Verschlimmerung sofort absteigen!


Was ist Höhenkrankheit? Die Wissenschaft dahinter

Höhenkrankheit (auch "Akute Bergkrankheit" oder spanisch "Soroche") ist die Reaktion deines Körpers auf den niedrigeren Sauerstoffgehalt in großer Höhe.

Warum entsteht Höhenkrankheit?

Auf Meereshöhe: Luftdruck 1.013 hPa, Sauerstoffgehalt 21%
Auf 3.640m (La Paz): Luftdruck 640 hPa, Sauerstoffgehalt immer noch 21% – ABER: 37% weniger Sauerstoff pro Atemzug!
Auf 5.000m: Nur noch 50% des Sauerstoffs verfügbar

Dein Körper braucht Zeit, um sich anzupassen:

  • Mehr rote Blutkörperchen produzieren (transportieren Sauerstoff)
  • Atemfrequenz erhöhen
  • Herzschlag beschleunigen
  • Blutgefäße erweitern

Wenn du zu schnell aufsteigst, kommt dein Körper nicht hinterher – und du bekommst Höhenkrankheit.

Die drei Formen der Höhenkrankheit

1. Akute Bergkrankheit (AMS - Acute Mountain Sickness)

Häufigkeit: 50-80% der Reisenden in Bolivien
Schweregrad: Leicht bis mittel
Gefahr: Gering (wenn behandelt)

Symptome:

  • Kopfschmerzen (häufigstes Symptom!)
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit, Schwäche
  • Schwindel
  • Schlafstörungen

Typischer Verlauf: Symptome beginnen 6-12 Stunden nach Ankunft in der Höhe, erreichen ihren Höhepunkt nach 24-48 Stunden, und verschwinden nach 2-3 Tagen (wenn du dich akklimatisierst).

2. Höhenlungenödem (HAPE - High Altitude Pulmonary Edema)

Häufigkeit: 1-2% der Reisenden über 4.000m
Schweregrad: Schwer, lebensbedrohlich!
Gefahr: Hoch – kann tödlich sein

Symptome:

  • Starke Atemnot (auch in Ruhe!)
  • Husten (anfangs trocken, später mit blutigem Auswurf)
  • Rasselnde Atemgeräusche
  • Blaue Lippen und Fingernägel
  • Extreme Schwäche
  • Verwirrtheit

Notfall! Sofort absteigen (mindestens 500-1.000m) und Arzt aufsuchen!

3. Höhenhirnödem (HACE - High Altitude Cerebral Edema)

Häufigkeit: <1% der Reisenden
Schweregrad: Sehr schwer, lebensbedrohlich!
Gefahr: Extrem hoch – kann tödlich sein

Symptome:

  • Starke Kopfschmerzen (reagieren nicht auf Schmerzmittel)
  • Verwirrtheit, irrationales Verhalten
  • Koordinationsprobleme (kann nicht mehr gerade gehen)
  • Halluzinationen
  • Bewusstlosigkeit

Notfall! Sofort absteigen und Notarzt rufen!


Höhe in Bolivien: Wo ist es am schlimmsten?

Bolivien ist extrem hoch – fast alle touristischen Ziele liegen über 3.000m.

Die höchsten Orte in Bolivien:

El Alto (4.061m):

  • Flughafen von La Paz
  • Hier landest du!
  • Höchstgelegene Großstadt der Welt

Potosí (4.090m):

  • Historische Minenstadt
  • Höchstgelegene Stadt über 100.000 Einwohner

Uyuni (3.656m):

  • Ausgangspunkt für Salar de Uyuni
  • Touren gehen bis 4.900m!

La Paz (3.640m):

  • Hauptstadt
  • Zentrum liegt auf 3.640m, Wohngebiete bis 4.100m

Titicacasee (3.812m):

  • Copacabana, Isla del Sol

Huayna Potosí (6.088m):

  • Beliebter Trekkingberg
  • Basislager auf 4.700m

Sajama (6.542m):

  • Höchster Berg Boliviens

Vergleich mit Europa:

  • Zugspitze (Deutschland): 2.962m
  • Mont Blanc (Frankreich/Italien): 4.808m
  • La Paz: 3.640m (höher als die Zugspitze!)

Wichtig: In Bolivien lebst du auf der Höhe, auf der Europäer Bergsteigen gehen!


Symptome: Woran erkennst du Höhenkrankheit?

Leichte Höhenkrankheit (AMS)

Hauptsymptom: Kopfschmerzen + mindestens eines der folgenden:

  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Müdigkeit, Schwäche
  • Schwindel
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen

Typischer Verlauf:

  • Stunden 0-6: Noch keine Symptome (die "Honeymoon-Phase")
  • Stunden 6-12: Erste Kopfschmerzen, leichte Übelkeit
  • Stunden 12-24: Symptome verschlimmern sich
  • Tag 2-3: Höhepunkt der Symptome
  • Tag 3-5: Symptome verschwinden (wenn du dich akklimatisierst)

Mein Tipp: Fast jeder hat in den ersten 24-48 Stunden leichte Symptome. Das ist normal! Kopfschmerzen bedeuten nicht, dass du sofort absteigen musst. Beobachte, ob es besser oder schlechter wird.

Mittelschwere Höhenkrankheit

Symptome:

  • Starke Kopfschmerzen (reagieren kaum auf Schmerzmittel)
  • Häufiges Erbrechen
  • Starke Müdigkeit (kannst kaum aufstehen)
  • Deutlicher Schwindel
  • Kurzatmigkeit bei leichter Anstrengung

Warnsignal: Wenn die Symptome nach 24 Stunden nicht besser werden oder sich verschlimmern!

Was tun?

  • Nicht weiter aufsteigen!
  • Ruhe, viel trinken
  • Diamox einnehmen (falls nicht schon prophylaktisch)
  • Ggf. 200-300m absteigen

Schwere Höhenkrankheit (HAPE/HACE) – NOTFALL!

HAPE-Symptome:

  • Starke Atemnot (auch in Ruhe)
  • Husten mit blutigem Auswurf
  • Rasselnde Atemgeräusche
  • Blaue Lippen
  • Extreme Schwäche

HACE-Symptome:

  • Verwirrtheit, irrationales Verhalten
  • Koordinationsprobleme (Geh-Test: kann nicht mehr gerade gehen)
  • Halluzinationen
  • Bewusstlosigkeit

NOTFALL! Sofort absteigen (mindestens 500-1.000m) und Arzt aufsuchen! HAPE und HACE können innerhalb von Stunden tödlich sein!


Vorbeugung: So vermeidest du Höhenkrankheit

Die beste Behandlung ist Vorbeugung! Mit der richtigen Vorbereitung kannst du das Risiko um 50-70% reduzieren.

1. Langsame Akklimatisation (WICHTIGSTE REGEL!)

"Climb high, sleep low" – Die goldene Regel des Höhenbergsteigens.

Idealer Akklimatisationsplan für Bolivien:

Wenn du direkt nach La Paz fliegst:

  • Tag 1: Ankunft in La Paz (3.640m), Ruhe! Nur leichte Aktivitäten (Spaziergang, Café)
  • Tag 2: Stadtbesichtigung, langsam gehen, viel trinken
  • Tag 3: Akklimatisationswanderung auf 4.000-4.500m (z.B. Valle de la Luna), zurück nach La Paz schlafen
  • Tag 4: Ruhetag oder leichte Aktivität
  • Tag 5: Bereit für höhere Ziele (Titicacasee, Uyuni, Trekking)

Wenn du von Peru kommst (über Puno/Titicacasee):

  • Besser! Puno liegt auf 3.827m, Titicacasee auf 3.812m
  • Du akklimatisierst dich langsam beim Reisen
  • Trotzdem: 2-3 Tage in Puno/Copacabana vor höheren Zielen

Wenn du von Argentinien/Chile kommst:

  • Schlechter! Du kommst von Meereshöhe direkt auf 3.600m+
  • Plane 3-4 Tage Akklimatisation in La Paz/Uyuni ein

Mein Tipp: Hetze nicht! Ich sehe immer wieder Reisende, die direkt vom Flughafen nach Uyuni fahren (3.656m) und dann auf der Salar-Tour bis 4.900m hochfahren. Das Ergebnis: Höhenkrankheit, Abbruch der Tour, verschwendetes Geld. Nimm dir Zeit!

2. Viel trinken (4-5 Liter pro Tag!)

Dehydration verschlimmert Höhenkrankheit massiv!

Warum?

  • In der Höhe atmest du schneller → mehr Flüssigkeitsverlust
  • Trockene Luft → mehr Verdunstung
  • Du merkst den Durst nicht (Höhe unterdrückt Durstgefühl)

Wie viel trinken?

  • Minimum: 3 Liter pro Tag
  • Optimal: 4-5 Liter pro Tag
  • Kontrolle: Dein Urin sollte hellgelb sein (nicht dunkel!)

Was trinken?

  • Wasser (am besten)
  • Coca-Tee (hilft wirklich!)
  • Kräutertee
  • Elektrolytgetränke

Was NICHT trinken:

  • Alkohol (verschlimmert Symptome!)
  • Kaffee (dehydriert, aber 1-2 Tassen okay)

Mein Tipp: Kauf dir eine 1,5-Liter-Flasche und trink sie 3x am Tag leer. So hast du eine klare Kontrolle.

3. Coca-Tee (Mate de Coca) – Das Wundermittel der Anden

Coca-Tee ist das traditionelle Mittel gegen Höhenkrankheit in Bolivien. Und es funktioniert!

Warum hilft Coca-Tee?

  • Erweitert Blutgefäße → mehr Sauerstoff im Gehirn
  • Unterdrückt Übelkeit
  • Gibt Energie
  • Wirkt leicht schmerzlindernd

Wie trinken?

  • 3-4 Tassen pro Tag
  • Beginne schon im Flugzeug (wenn verfügbar)
  • Besonders morgens und bei ersten Symptomen

Wo kaufen?

  • In jedem Supermarkt, Markt, Café in Bolivien
  • Teebeutel oder lose Blätter
  • Sehr günstig (10-20 BOB / ~1,50-3 USD pro Packung)

Ist Coca-Tee legal?
Ja! Coca-Tee ist in Bolivien und Peru legal und weit verbreitet. Es enthält nur Spuren von Kokain (0,001%) – viel zu wenig für eine Wirkung. Du wirst NICHT high!

Achtung: Coca-Blätter und Coca-Tee sind in Europa und den USA illegal! Bring sie nicht mit nach Hause.

Mein Tipp: Trink Coca-Tee ab dem Moment, wo du in La Paz landest. Jedes Hotel bietet ihn an. Er schmeckt wie grüner Tee, leicht bitter, aber angenehm.

4. Langsam gehen (Pole Pole!)

In der Höhe ist Geschwindigkeit dein Feind.

Warum langsam gehen?

  • Dein Körper braucht mehr Sauerstoff für jede Bewegung
  • Schnelles Gehen → Überanstrengung → Höhenkrankheit
  • Langsames Gehen → Körper passt sich an

Wie langsam?

  • 50% langsamer als normal
  • Atme tief und gleichmäßig
  • Mach alle 20-30 Minuten eine Pause

Mein Tipp: "Pole pole" ist Swahili für "langsam langsam" – ein Mantra für Höhenbergsteiger. Wiederhole es im Kopf: Pole pole, pole pole...

5. Leicht essen

Schwere Mahlzeiten belasten deinen Körper in der Höhe.

Was essen?

  • Kohlenhydrate (Reis, Nudeln, Brot, Quinoa)
  • Suppen
  • Obst
  • Gemüse

Was vermeiden?

  • Schweres Fleisch (Rind, Schwein)
  • Frittiertes
  • Sehr fettige Speisen

Mein Tipp: In den ersten 2-3 Tagen in La Paz: Suppen, Reis, Quinoa. Danach kannst du wieder normal essen.

6. Diamox (Acetazolamid) – Das Medikament

Diamox ist das einzige wissenschaftlich bewiesene Medikament zur Vorbeugung von Höhenkrankheit.

Wie wirkt Diamox?

  • Beschleunigt die Akklimatisation
  • Reduziert Symptome um 50-75%
  • Wirkt vorbeugend UND behandelnd

Dosierung (prophylaktisch):

  • 125mg, 2x täglich (morgens + abends)
  • Beginne 1 Tag vor dem Aufstieg
  • Nimm es für 2-3 Tage in der Höhe

Nebenwirkungen:

  • Kribbeln in Händen/Füßen (harmlos)
  • Häufiges Wasserlassen
  • Veränderte Geschmackswahrnehmung (Bier schmeckt schal)

Wo kaufen?

  • In Bolivien: Jede Apotheke, rezeptfrei
  • In Deutschland: Rezeptpflichtig (Arzt fragen)

Wichtig: Diamox ist KEIN Ersatz für Akklimatisation! Es hilft, aber du musst trotzdem langsam aufsteigen.

Mein Tipp: Ich empfehle Diamox für:

  • Reisende, die direkt nach La Paz fliegen
  • Reisende mit wenig Zeit (keine 3-4 Tage Akklimatisation)
  • Reisende, die schon mal Höhenkrankheit hatten

7. Sorojchi-Pillen (Bolivianisches Wundermittel)

Sorojchi-Pillen sind in Bolivien sehr beliebt – eine Mischung aus Aspirin, Koffein, und einem Schmerzmittel.

Inhaltsstoffe:

  • Acetylsalicylsäure (Aspirin) 325mg
  • Salophene 160mg
  • Koffein 15mg

Wirkung:

  • Lindert Kopfschmerzen
  • Gibt Energie
  • Reduziert Schwindel

Dosierung:

  • 1 Tablette alle 8 Stunden
  • Beginne 1 Stunde vor dem Aufstieg

Wo kaufen?

  • Jede Apotheke in Bolivien
  • Sehr günstig (10-15 BOB / ~1,50-2 USD pro Packung)

Mein Tipp: Sorojchi-Pillen sind gut für leichte Symptome (Kopfschmerzen, Müdigkeit). Aber sie sind kein Ersatz für Diamox! Bei mittelschweren Symptomen: Diamox nehmen.


Behandlung: Was tun, wenn du Höhenkrankheit hast?

Bereit für dein Bolivien-Abenteuer?

Lass uns gemeinsam deine perfekte private Tour planen!

Bei leichten Symptomen (Kopfschmerzen, leichte Übelkeit):

1. Pausieren

  • Nicht weiter aufsteigen!
  • Ruhe dich aus
  • Beobachte, ob es besser oder schlechter wird

2. Viel trinken

  • 4-5 Liter Wasser pro Tag
  • Coca-Tee

3. Coca-Tee trinken

  • 3-4 Tassen über den Tag verteilt

4. Schmerzmittel

  • Ibuprofen 400-600mg (gegen Kopfschmerzen)
  • Paracetamol (Alternative)

5. Leicht essen

  • Suppen, Reis, Brot

6. Tief atmen

  • Bewusst tief ein- und ausatmen
  • Hilft, mehr Sauerstoff aufzunehmen

Mein Tipp: Gib deinem Körper 24-48 Stunden Zeit. Die meisten leichten Symptome verschwinden von selbst.

Bei mittelschweren Symptomen (starke Kopfschmerzen, häufiges Erbrechen):

1. Nicht weiter aufsteigen!

  • Bleib auf der aktuellen Höhe
  • Oder steig 200-300m ab

2. Diamox einnehmen

  • 250mg sofort
  • Dann 125mg, 2x täglich

3. Viel trinken

  • Auch wenn du dich übergibst, versuch zu trinken

4. Ruhe

  • Leg dich hin, schlaf wenn möglich

5. Beobachten

  • Wird es besser oder schlechter?
  • Wenn nach 6-12 Stunden keine Besserung: Absteigen!

Mein Tipp: Mittelschwere Symptome sind ein Warnsignal! Ignoriere sie nicht. Wenn es nicht besser wird, steig ab.

Bei schweren Symptomen (HAPE/HACE) – NOTFALL!

1. Sofort absteigen!

  • Mindestens 500-1.000m
  • Auch nachts, auch bei schlechtem Wetter
  • Jemand muss dich begleiten!

2. Notarzt rufen

  • In La Paz: 118 (Krankenwagen)
  • In abgelegenen Gebieten: Evakuierung organisieren

3. Sauerstoff (wenn verfügbar)

  • Viele Hotels in La Paz haben Sauerstoff-Flaschen

4. Dexamethason (wenn verfügbar)

  • 8mg sofort (bei HACE)
  • Dann 4mg alle 6 Stunden

Wichtig: HAPE und HACE sind lebensbedrohlich! Warte nicht, bis es besser wird – steig sofort ab!


Die häufigsten Fehler (und wie du sie vermeidest)

Fehler 1: Zu schnell aufsteigen

Problem: Direkt vom Flughafen nach Uyuni, dann Salar-Tour auf 4.900m
Folge: Schwere Höhenkrankheit, Abbruch der Tour
Lösung: 2-3 Tage Akklimatisation in La Paz vor höheren Zielen

Fehler 2: Zu wenig trinken

Problem: Nur 1-2 Liter Wasser pro Tag
Folge: Dehydration verschlimmert Höhenkrankheit
Lösung: 4-5 Liter pro Tag trinken, Urin-Kontrolle

Fehler 3: Alkohol trinken

Problem: Bier oder Pisco Sour in den ersten Tagen
Folge: Dehydration, verschlimmerte Symptome
Lösung: Kein Alkohol in den ersten 2-3 Tagen!

Fehler 4: Symptome ignorieren

Problem: "Ach, das geht schon" – weiter aufsteigen trotz Symptomen
Folge: Mittelschwere Höhenkrankheit wird schwer, HAPE/HACE
Lösung: Symptome ernst nehmen, pausieren, ggf. absteigen

Fehler 5: Zu schnell gehen

Problem: Normales Tempo wie zuhause
Folge: Überanstrengung, Höhenkrankheit
Lösung: 50% langsamer gehen, Pausen machen


Wann zum Arzt?

Geh zum Arzt, wenn:

  • Symptome nach 48 Stunden nicht besser werden
  • Symptome sich trotz Ruhe und Behandlung verschlimmern
  • Starke Atemnot (auch in Ruhe)
  • Husten mit blutigem Auswurf
  • Verwirrtheit, Koordinationsprobleme
  • Bewusstlosigkeit

Wo findest du Ärzte in Bolivien?

La Paz:

  • Clínica del Sur (privat, gut, englischsprachig)
  • Hospital de Clínicas (öffentlich, günstig)
  • Viele Hotels haben Sauerstoff und können Arzt rufen

Uyuni:

  • Hospital Uyuni (öffentlich)
  • Viele Hotels haben Sauerstoff

Copacabana:

  • Centro de Salud Copacabana (öffentlich)

Notfallnummer: 118 (Krankenwagen)


Besondere Situationen

Schwangere

Empfehlung: Nicht über 3.000m reisen!
Risiko: Höhenkrankheit, Sauerstoffmangel fürs Baby
Wenn doch: Arzt konsultieren, langsame Akklimatisation, Sauerstoff mitnehmen

Kinder

Risiko: Kinder können Symptome nicht gut kommunizieren
Empfehlung: Besonders langsame Akklimatisation, viel beobachten
Symptome: Quengeln, Appetitlosigkeit, Müdigkeit

Vorerkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Arzt konsultieren vor der Reise!
Lungenerkrankungen (Asthma, COPD): Arzt konsultieren, Sauerstoff mitnehmen
Bluthochdruck: Kann sich in der Höhe verschlimmern


Fazit: Höhenkrankheit ist vermeidbar

Höhenkrankheit ist die größte Herausforderung in Bolivien – aber sie ist vermeidbar!

Als deutschsprachiger Guide, der seit Jahren in La Paz lebt, kann ich dir sagen: Mit der richtigen Vorbereitung ist Höhenkrankheit kein Problem. Ich habe hunderte Reisende betreut, und die, die sich Zeit nehmen, langsam akklimatisieren, und viel trinken, haben fast nie Probleme.

Die wichtigsten Regeln nochmal:

  1. Langsam aufsteigen (2-3 Tage Akklimatisation in La Paz)
  2. Viel trinken (4-5 Liter pro Tag)
  3. Coca-Tee trinken (3-4 Tassen pro Tag)
  4. Langsam gehen (50% langsamer als normal)
  5. Symptome ernst nehmen (nicht ignorieren!)
  6. Bei Verschlimmerung: Absteigen!

Bolivien ist eines der spektakulärsten Länder der Welt – lass dich von der Höhe nicht abschrecken! Mit der richtigen Vorbereitung wirst du die dünne Luft meistern und die Anden in vollen Zügen genießen.

Bereit für Bolivien? Die Höhe wartet auf dich – aber du bist jetzt vorbereitet!

Bereit für dein Bolivien-Abenteuer?

Lass uns gemeinsam deine perfekte private Tour planen!

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